Reisebericht Pattaya Thailand Teil 1

Reisebericht: Teil 2 – Pattaya, Thailand

Available in: Englisch

Teil 2 meines Reiseberichts über Thailand. Nach einem überaus interessanten Aufenthalt in Bangkok mit vielen tollen Erlebnissen machte ich mich auf den recht kurzen Weg nach Pattaya. Vieles hatte ich bereits gehört, meist jedoch nur Negatives. Ob ich das bestätigen konnte, könnt ihr in meinem Reisebericht Pattaya erfahren.

 

Reisebericht Pattaya, Thailand

 

Transfer von Bangkok Khao San Road nach Pattaya:

Von Bangkok aus ging es in Richtung Pattaya. Zwar hatte ich noch lange nicht alles von Bangkok gesehen, ich wusste jedoch, dass ich mit Sicherheit wieder zurückkehren werde.
Ich kaufte also ein Minibus-Ticket für 300 Baht von Bangkok nach Pattaya. Dieses Ticket gibt’s in jedem Reisebüro und das ganze läuft sehr zuverlässig, ziemlich pünktlich und unproblematisch ab.

Die Fahrt dauert ca. 2-3 Stunden und ist recht angenehm im klimatisierten Minibus. Hier trifft man auf viele Mitreisende und wird mit Sicherheit in ein Gespräch verwickelt. So lernte ich mehrere Leute kennen, die am Zielort ein Baht Bus mit mir teilten. Zwar versprach uns der Ticketverkäufer im Reisebüro den Transfer direkt an die Beach Road, dem war aber leider nicht so.

Wir wurden direkt an der Hauptstation der Baht Busse abgesetzt. Die Fahrer wussten natürlich sofort, was Sache war und verweigerten natürlich eine Fahrt zu vernünftigen Preisen. Da halten dann auch alle schön zusammen und als Farang bleiben einem nur 2 Möglichkeiten: Laufen oder akzeptieren.
Nach langen Verhandlungen wurden wir dann schließlich für 30 Baht pro Person Beach Road gekarrt. Ein gutes Geschäft für den Fahrer, der regulär nur 10 Baht pro Person bekommen hätte.

Mein Hotel, welches ich zuvor via Agoda-App buchte, lag allerdings weit außerhalb und so wurden nochmals satte 500 Baht für ein Taxi fällig! Pure Abzocke! Dort endlich angekommen das nächste Ärgernis: WLAN war nicht wie beschrieben im Preis enthalten 🙁

Etwas müde von der Fahrt und der Feier am Abend zuvor legte ich mich schlafen und war schon gespannt darauf, Pattaya am nächsten Tag zu erkunden.

 


Sightseeing Pattaya – Oder auch nicht

Am nächsten Morgen dann endlich raus aus dem Hotel und bei besten Wetter und Sonnenschein nur wenige Sekunden auf den nächsten Baht Bus gewartet. Diese verkehren in ganz Pattaya entlang der Hauptstrassen auf festen Routen. Baht Busse in Pattaya werden einfach herangewunken und man springt auf. Gezahlt werden pauschal 10 Baht pro Fahrt. Dabei spielt die Entfernung keine Rolle. Der Preis ist fest und wird beim Abspringen vorne dem Fahrer ausgehändigt. Wer hier handelt oder nach dem Preis fragt entlarvt sich als Unwissender und wird garantiert abgezockt!

Kurzanleitung: Baht Bus heranwinken, auf Ladefläche springen, so lange fahren wie man möchte, Klingeln und abspringen, dem Fahrer 10 Baht übergeben – so einfach und gar nicht teuer!

Im Baht Bus machte es mir schon einen Heidenspaß die Leute zu beobachten und ich bekam schon einen ersten Vorgeschmack auf Pattaya und seine Besucher. Ziemlich schnell wurde mir dann auch klar, dass es hier wohl eher nicht so viel zu sehen gibt. Endlich an der Beach Road angekommen, welche die Lebensader Pattayas ist, bestätigte sich mein Eindruck immer mehr. Hier stehen Hotelbunker dicht an dicht und das Meer ist nicht wirklich traumhaft! Es erinnerte mich eher an ein eine Brühe und auch die Wellen bzw. Strömung schien ziemlich stark zu sein.

Obwohl Hochsaison (2 Tage vor Weihnachten) war, waren kaum Leute am langen aber schmalen Strand anzutreffen. Dafür umso mehr ältere Herren, die sich schon mittags um 13 Uhr das erste Bierchen in einer der unzähligen Bierbars gönnen. Bierbars und westliche Restaurants gibt es hier zu genüge. Irgendwie fühlte ich mich nach einer Weile als ob ich auf Mallorca in El Arenal  gelandet wäre.

Soweit so gut. Was sollte ich nun tun? Am Strand entspannen – nicht so scharf drauf! Die Gegend erkunden? Naja was gibt’s denn schon? Also ab ins nächste große Einkaufszentrum und erst einmal von unten bis oben durchgeschlendert! Nichts Besonderes! Das habe ich daheim auch und teilweise sogar besser. Da kann auch die Geisterbahn oder das schlechte Wachsfigurenkabinett im obersten Stockwerk nicht viel reißen. Der Tag schien gelaufen zu sein.

Doch Endlich ein Lichtblick: Starbucks. Erstmal einen schönen Kaffee + Donut geholt und ab auf die Dachterasse des Einkaufszentrums gesetzt. Und plötzlich, ganz plötzlich geschah dann etwas in mir: Es fing mir langsam an zu gefallen. Klar Pattaya ist ein Touristenort und hat wirklich nichts mit dem Rest von Thailand zu tun, aber was würde ich nun zu Hause im kalten Deutschland tun? Mit Sicherheit nicht auf einer Dachterasse in Strandnähe meinen Kaffee schlürfen! Das weckte ein gutes Gefühl in mir und der Tag fing langsam an, Spaß zu machen. Dort oben wird einem erst so richtig klar, welch hochmoderner Touristenort Pattaya City eigentlich ist. Riesige Hotelanlagen am Horizont. Daneben gleich der berühmte Pattaya Schriftzug und weitere Hotelbaustellen. Einsamkeit und Erholung? Fehlanzeige das gibt’s woanders nur nicht hier in Pattaya!

Nach einer Weile der Entspannung auf dem Sonnendeck, entschied ich mich ein wenig die Stadt zu erkunden. Auch hier gab es nicht wirklich viel zu entdecken. Lediglich ein paar Stände und kleinere Märkte, viele Bars und noch mehr Liegestühle. Natürlich ließ ich auch nicht die berühmte Pattaya Walking Street aus. Diese ist bei Tag kaum wiederzukennen. Mancher wird sich eventuell auch wundern, wie aus der im Bau befindlichen Ruine am Mittag plötzlich abends ein vollausgestatteter strahlender GoGo-Club geworden ist. Von thailändischer Ruhe und Gemächlichkeit keine Spur, wenn es in Pattaya ums Geschäft geht.

Nach der Visite auf der Walking Street entschied ich mich nun doch für einen kleinen Abstecher zum Strand und ich verbrachte den Rest des Tages dort. Was sollte ich auch sonst tun?
Abends ging es dann zurück zum Hotel und ich machte mich für das berüchtigte Nachtleben Pattayas bereit. Diesem kann man sich wohl kaum entziehen und es ist ein absolutes Muss für jeden Besucher Pattayas.

Pattaya Nightlife – Mehr Sightseeing als tagsüber!

Ich machte mich gegen 9 Uhr auf in Richtung Beach Road und Pattaya Walking-Street. Dort spielt sich das ganze Nachtleben ab und eigentlich führt auch kein Weg daran vorbei. Baht Busse fahren die ganze Nacht durchgehend und sind ein super Mittel, um günstig ans gewünschte Ziel und anschließend wieder nach Hause zu kommen. Im Baht Bus lernte ich einen netten Deutschen kennen, der sich bereitwillig zur Verfügung stellte, mir die Vorzüge Pattayas zu zeigen. Ich dachte mir wieso nicht und nahm die Einladung unvoreingenommen  an…

Wir stiegen an der Beach Road aus und gingen in Richtung Walking Street. Schon auf den ersten Metern wurde mir klar, dass das wirkliche Leben in Pattaya nur zu später Stunde stattfindet. Tagsüber schlafen die Leute schlechtweg. Auch an der Walking Street angelangt bot sich mir ein ganz anderes Bild als noch ein paar Stunden zuvor. Überall Lichter und laute Musik. Aus den unscheinbaren Läden sind prächtige Nachtclubs geworden und auf den Straßen tummeln sich Massen von Menschen. On Top gibt es hier Mädchen, Mädchen und noch mehr Mädchen. Ich habe mir sagen lassen, dass an Wochenenden sogar ganze Busladungen an jungen Damen aus allen Teilen des Landes angekarrt werden um die Nachfrage zu befriedigen… Abstoßend oder nicht muss hier jede für sich selbst entscheiden!

Natürlich besuchten wir auch den ein oder anderen Nachtclub, und was sich dort abspielt, überschreitet teilweise schon die Grenzen des guten Geschmacks. Obwohl ich wirklich nicht zart besaitet bin und auch kein Kind von Traurigkeit, fand ich es teilweise schon etwas abstoßend, was hier so getrieben wird. Der Altersdurchschnitt der Gäste in den Läden liegt meist weit über 50. Nicht einmal eine Schulklasse von 30 Erstklässlern würde es schaffen den Altersdurchschnitt in den Läden signifikant zu senken! Es geht teilweise so stillos und ungeniert zur Sache, dass hier nicht weiter darüber berichten möchte.

Nach einigen Ausflügen in die diversen Bars und Clubs ließen wir die Nacht noch in der Diskothek Marina ausklingen. Hier treffen sich eigentlich alle, die auch nach 4 Uhr nicht genug bekommen können.

Noch ein Wort zum Nachtleben in Pattaya: Ich fühlte mich in Pattaya zu keiner Zeit unwohl oder bedroht. Auch in den Läden kann von Abzocke oder Ähnlichem kaum eine Rede sein. Wer hier nur ein kühles Bier genießen möchte, kann dies hier ebenso ungestört tun. Auch etliche Restaurants und Bars laden zum Verweilen ein. Trotzdem muss gesagt werden, dass Sex hier allgegenwärtig ist und die meisten Besucher auch nur deswegen hier anreisen. Die größte Gefahr geht aber auch hier wie immer nicht von den Mädchen oder Thais aus, sondern von betrunkenen Touristen und Langzeiturlaubern. Auch auf der Beach Road sollte man seine Wertgegenstände sichern, da betrunkene hier gerne Opfer von Taschendiebstählen werden können.

Zurück in meinem Hotel, entschloss ich mich Pattaya am nächsten Tag zu verlassen. Mein nächstes Ziel war Koh Samui.

Mein Reisebericht über Koh Samui gibt es in Teil 3 der Serie

 

Ein paar letzte Worte zu Pattaya:

Pattaya ist bekannt für sein pulsierendes Nachtleben. Die meisten Besucher kommen aus 2 Gründen hier her: Billiges Bier und Mädchen. Einerseits fand ich es sehr sehenswert, da es doch einfach auch zu Thailand dazugehört. Auch ein paar tolle Sehenswürdigkeiten gibt es hier. Nochmals zurückkehren werde ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit jedoch nicht! Hotelanlagen dicht an dicht, viele Pauschaltouristen aus der ehemaligen Sowjetunion und unzählige Rentner, die ihren Lebensabend hier verbringen. Wer den Luxus hat genügend Zeit zu haben und eine Nacht in Pattaya verbringen möchte sollte dies tun, um das Thema endgültig abhaken zu können. Alle anderen können beruhigt einen Bogen darum machen.

Das pulsierende Nachtleben schreibt seine ganz eigenen Geschichten und kann auch ganz unterhaltsam sein. Am nächsten Morgen sollte man allerdings schnell weiterziehen…

 

Übrigens:
Ich verurteile keinerlei Pattaya Urlauber oder Langzeittouristen! Vielleicht gibt es auch hier und da ein paar sehr schöne Ecken, die ich noch für mich entdecken muss.

UPDATE: Inzwischen hat sich meine Meinung geändert. Pattaya und Umgebung hat auch tolle Sehenswürdigkeiten zu bieten. Mehr dazu im nächsten Reisebericht Pattaya.

 

Ladet euch doch hier meinen Pattaya Reiseführer gratis herunter!

Reiseführer_Pattaya

Pattaya ist eine sündige Stadt und allseits bekannt dafür. Habt ihr evtl. ein paar Geheimtipps, wo und wie man Pattaya von einer anderen Seite erleben kann? Hinterlasst einfach ein Kommentar!


Zu Reisebericht Teil 1- Bangkok 

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7 Comments

  1. Hi Marvin,

    danke fuer deine kurzweiligen und interessanten Berichte, war eben ueber Weihnachten mit meiner Frau in Pattaya und kann deine Erlebnisse nur bestaetigen – allerdings war das Meer im noerdlichen Teil (Nua) eigentlich sauber, der Strand traumhaft und das Wetter einfach tausenmal besser als um diese Zeit in Deutschland.

    Kommen sicher auch wieder nach Thailand, moechten Bangkok und einige Inseln erkunden.

    Liebe Gruesze aus dem Flughafen in Bangkok,
    Paul

    • Ich war am 31.12.2015 auch am Wong Amat Beach unterwegs und doch sehr positiv überrascht. Natürlich war auch das Wetter klasse 🙂

      Danke für die Anmerkung!

      Grüße,
      Marvin

  2. Sers Marvin, zufällig hier reingeschaut und glücklich darüber. Es hat mir Spaß gemacht deine Berichte zu lesen. Ich (wir) waren schon mal auf der Route und haben vieles erlebt aber ein oder anderer Tipp war mir neu und wir werden es sicherlich bei unserem nächsten Urlaub folgen. LG

  3. Deinen Reisebericht über Pattay kann ich voll und ganz beipflichten. Ich fliege nun zum
    5. mal nach Pattaya. 2 mal war meine Frau mit. Wir haben ein schönes Hotel etwas abseits vom Zentrum. Uns gefallen die Thais, das Essen und das Klima. Wir meinen, das in Thailand jeder nach seinen Vorstellungen glücklich werden kann. Wenn ich da an Male, Kanarische Spanien, Türkei oder Nordafrika denke, da wird mir nur übel. Wie sich da teilweise die Touristen benehmen, kann man sich nur schämen. Die vielen deutschen Rentner fühlen sich in Pattaya wohl. Die meisten haben eine kleine Rente und können da aber gut mit leben.

    Also auf nach Pattaya

    Günter Frenzel

    • Hallo Günther,

      obwohl Pattaya einen schlechten Ruf genießt und auch ich anfangs nicht groß überzeugt war, so habe ich mit der Zeit Pattaya und seine vielen Möglichkeiten zu schätzen gelernt. Es wäre ebenso dumm Hamburg nur auf die Reeperbahn zu beschränken…

      Was mir an Pattaya gefällt:
      -Die Strandlage (City am Beach – Love it) … nicht der schönste aber besser wie keiner
      -Die Nähe zu Bangkok und das schnelle Vorankommen in alle Landesteile
      -Die ausgezeichnete Krankenversorgung
      -Die ausgezeichnete Versorgung mit westlichen Standards (Malls, Shops, usw.)
      -Das einfach Thai-Leben
      -Die günstigen Thai-Preise
      -Die vielen günstigen Apartments aber auch die vielen hochwertigen Apartments (jeder wie er es mag)
      -das ausgezeichnete öffentliche Transportsystem
      -Die große Auswahl an Thai-Spitzenrestaurants und Garküchen
      -Die vielen tollen Nachtmärkte
      -Große Auswahl an Abendprogramm, wobei sicher nicht die Walking Street gemeint ist (obwohl ich gerne mal ins Insomnia oder die iBar gehe)
      -Der gesamte Lifestyle der Stadt
      -Die gute Internetverbindung
      -Viele Ausflugsmöglichkeiten, Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten
      -Koh Larn vor der Haustüre
      -Urlaubsinsel Koh Chang, Koh Good und Koh Mak sowie Koh Samet nur wenige hundert Kilometer entfernt…

      Kurzum: Pattaya bietet für jeden etwas und ist ganz klar für mich einer der besten Orte in Thailand um das Leben zu genießen.
      Klima, das Essen, günstige Preise… Alles passt.

      Grüße
      Marvin

  4. Pingback: 8 Dinge, die du in Pattaya machen kannst | Home is where your Bag is - Travel Blog

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